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Feiern ohne Absturz
Projekt "HaLT" sensibilisiert Schüler in Gelnhausen für die Folgen von Alkohol

Unter den Motto Feiern ohne Absturz hat das bundesweite Projekt "Hart am Limit" (HaLT) an den beruflichen Schulen begonnen. Dabei kamen Diplom-Pädagogin Dagmar Wieland und Ihre Kollegen von der Arbeiterwohlfahrt (AWO) mit zahlreichen Schülern aus alles Bereichen ins Gespräch und tauschten sich über den Umgang mit Rauschzuständen aus. Die AWO organisiert das Präventionsprojekt seit mehreren Jahren im Auftrag den Main-Kinzig-Kreises. Jetzt ist das Konzept aktualisiert worden. 

"In Deutschland besteht eine Garantenpflicht. Wir sollen aufeinander aufpassen und uns gegenseitig helfen", berichtete Jan Gärtner von der Fachstelle für Suchtpräventionen der AWO beim Auftakt des Projektes in Gelhausen. Er regte an, die eigene Beziehung zu den Freunden und Bekannten hinterfrage, etwa beim gemeinsamen Autofahren. "Kann ich mich wirklich darauf verlassen, dass der Fahrer kein Alkohol trinkt?", gehöre zu diesen wichtigen Fragen. "Wird mir jemand helfen, wenn ich im Vollrausch bin?", sei eine andere. Es sei wichtig, sich mit anderen darüber auszutauschen. Ein gesundes Verhältnis zu den bekannten sei nur am gemeinsamen Konsum von Alkohol und Drogen festzumachen. 

Aus dem Team der AWO war zudem Niklas Schiffer vor Ort, der über die Bedeutung von Pausen sprach. Grade nach Rauschzuständen sei es bedeutend, innezuhalten und darüber nachzudenken, ob der Rausch selbst und das Danach wirklich wert seien. Feiern gehe auch sehr gut, ohne sich "abzuschießen". 

Reflexion war das Thema von Dagmar Wieland. Eigenen Erfahrungen zu sammeln sei wichtig, aber daraus zu lernen, sei die wirkliche Herausforderung. "Seid ehrlich zu euch selbst", riet sie den Schülern. Jeder konnte und müsse eigene Entscheidungen treffen. Doch sei es das Risiko wert, im Vollrausch vielleicht sogar mit einer Alkoholvergiftung im Krankenhausen zu landen? Eine Verbotskultur will das Team der AWO, das vom Jungendamt des Main-Kinzig-Kreises durch Marcus Arazi unterstütz wurde, nicht aufbauen, sondern eine achtsamen Umgang mit Alkohol, Drogen und anderen Rauschzuständen ermöglichen. Auch verliebt zu sein könne einen Rauschzustand hervorrufen, in der viele falsche Entscheidungen getroffen werden könnten. Marcus Arazi sprach an der vierten Station des Projektes über Alkohol, dessen Wirkung und Konzentration in verschiedenen Getränken. 

"Das neue Konzept wurde in den vergangen Monaten entwickelt", berichtete Dagmar Wieland in Gelnhausen. Die ersten Gespräche mit Jugendlichen und jungen Erwachsenen seien sehr gut gelaufen. Unter dem Hashtag #feiernohneabsturz werden diese Eindrücke im Netz gesammelt. Zudem verweist ein neuer Flyer über einen QR-Code direkt auf Informationen zur Sucht- und Drogenprävention. In den kommenden Monaten werde das Konzept an weitern Schulen umgesetzt. Dabei soll direkt in den Einrichtungen gearbeitet werden, sofern es die Corona-Pandemie zulässt. Alternativ wird das "HaLT" aber auch im Internet angeboten, sodass die wichtigen Präventionsarbeit nicht ausfallen muss. 

 

Quelle: Gelnhäuser Neue Zeitung 06.09.2021